Der Eisenerzbergbau


Geschichte

Vom Altertum über das Mittelalter bis weit in das späte 20. Jahrhundert hinein nutzte der Mensch die Bodenschätze des Kahlenbergs. Die Kelten waren vermutlich die ersten Bergleute, die vor über 2000 Jahren in Ringsheim Eisenerz abbauten.

Die Römer, die Karolinger und der Mensch der Neuzeit setzten die Bergbautradition in der Ringsheimer Umgebung fort. Den keltischen Ursprung des Eisenerzbergbaus am Kahlenberg belegen Schlacken, die zusammen mit von diesem Volk hergestellten Tonscherben gefunden wurden. Diese Hallstadtzeitlichen Fundstücke wurden im Gewann Immele in Herbolzheim und westlich von Orschweier in der Nähe der Autobahnausfahrt Ettenheim entdeckt. Das Eisenerz steht am Rötelberg nahe der Oberfläche an und fiel den keltischen Bergleuten vermutlich an der roten Färbung des Bodens auf. Sie folgten den reichsten Eisenerzgängen bis zu 80 Metern in den Berg. Das in den Stollen gebrochene Erz brachten sie zu den Verhüttungsplätzen in der Nähe des Waldes.

Die ältesten Schlackenfunde stammen aus der näheren Umgebung des Rötelbergs.
Um aus dem Erz das Eisen gewinnen zu können, waren große Mengen an Holzkohle erforderlich. Weil dazu mehr und mehr Wald abgeholzt wurde, musste das Erz immer weiter transportiert werden. Reste von Brennöfen aus der späten Römerzeit (200 - 300 n. Chr.), in denen Ringsheimer Eisenerz verhüttet wurde, finden sich in größerer Anzahl bei Alt-Mahlberg. Etwas weiter nördlich, zwischen Kippenheim und Kippenheimweiler hat man karolingische Öfen aus der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende ausgegraben.

Danach erlosch der Ringsheimer Bergbau langsam, da sich der immer länger werdende Transportweg zu den Hüttenplätzen nicht mehr lohnte. Das Eisenerz wurde nun nur noch als Baumaterial benutzt. Es wurde in einem kleinen Steinbruch südlich von Ringsheim abgebaut, der bereits in Schriftstücken des Klosters Ettenheimmünster um das Jahr 1350 als "Erzgrube" erwähnt wird. Die Erinnerung an den mittelalterlichen Bergbau hielten bis vor wenigen Jahrzehnten Sagen um Flammen im Berg oder in unterirdischen Gewölben bei der Rötelmauer wach. Die Rötelmauer zieht sich in mehren Reihen am Westhang des Rötelbergs entlang. Sie wurde ebenfalls bereits im Jahr 1350 urkundlich erwähnt. Ihr Zweck ist immer noch unbekannt. Vielleicht sind es Substruktionsbauten (Stützmauern) des alten Bergbaus. Bis ungefähr 1970 befand sich innerhalb dieser Mauern ein Stollenmundloch. Um spielende Kinder nicht zu gefährden, ließ es die Gemeinde Ringsheim zuschütten.

Damit verschwand eines der letzten Zeugnisse des Bergbaus in der antiken und mittelalterlichen Zeit.