Die Tagesanlagen - Die Stillegung


Bereits 1939 entstand das Verwaltungsgebäude des Bergwerks, das die früheren Barackenbauten ersetzte. Später wurden zwei Seitenflügel daran angebaut. Eine Werkstatt für Großgeräte ging 1956 in Betrieb. Sie lag nördlich des Verwaltungsgebäudes. Die Transformatorstation befand sich südlich des Verwaltungsgebäudes etwas unterhalb des Seilbahnbunkers.

Jedes Jahr am 4. Dezember begingen die Bergleute feierlich den Barbaratag. Die Musikkapelle Ringsheim begleitete die Prozession zur Kirche. Der offizielle Teil der Feier fand in der Turnhalle statt, anschließend wurde in den Ringsheimer Gasthäusern fröhlich weitergefeiert. In den frühen Jahren des Bergbaus existierte auch noch ein Knappenchor. Auch er dürfte die Barbarafeier mit seinem Gesang bereichert haben. Die meisten Anlagen des Bergwerkes wurden nach der Stilllegung abgebaut. Auf dem Gelände entstand eine geordnete Mülldeponie. Von den Gebäuden hat lediglich die Werkstatt überdauert: sie dient heute dem ZAK ebenfalls als Werkstatt. Vom Tagebau Kahlenberg, dessen Abbaufront einmal 1.700 Meter betrug, ist heute nur noch ein kleiner Teil des Erzstoßes beim Kraftwerk vorhanden. Der Tagebau Rötelberg hatte ehemals eine Abbaufront von 700 Metern Länge. Von ihm ist noch ein kleiner Rest bei einem Wasserreservoir sichtbar. Er ist allerdings stark zugewachsen und kaum zugänglich. Von den Stollen ist ebenfalls beim Kraftwerk des ZAK der Stollen I mit mehreren Mundlöchern erhalten.

Auch die Mundlöcher des Stollens IV und des Stollens Herbolzheim sind noch vorhanden. Der Wetterschacht des Stollens Herbolzheim nahe der evangelischen Kirche in Herbolzheim wurde aus Sicherheitsgründen zugemauert. Der Wetterschacht von Stollen I auf der Ostseite des Kahlenbergs wurde erst vor einigen Jahren (um 1980) zugeschüttet. Bis zu fünfhundert Bergmänner aus Ringsheim und den umliegenden Gemeinden fanden im Eisenerzbergbau am Kahlenberg und Rötelberg Arbeit.

Insgesamt förderten sie knapp 15 Millionen Tonnen des begehrten Rohstoffs.