Die Mineralien des Kahlenbergs


Die tiefen geologischen Schichten am Kahlenberg sind eisenhaltige Ablagerungen eines urzeitlichen Flachmeeres, das den Süden Deutschlands in der Jurazeit bedeckte. Im Verlauf der Erdgeschichte wurden sie von Ton, Sandstein, Kalk und Mergel überlagert.

In den Eiszeiten wehte der Wind aus dem Gletschervorland Gesteinsstaub heran, der den Kahlenberg heute mit Löss und Lösslehm überzieht. Als so genannte sedimentäre Lagerstätten sind die Schichten des Kahlenbergs im Vergleich zu den Mineralvorkommen in den Schwarzwälder Lagerstätten nicht von großer Bedeutung.

Für Sammler lohnt es sich trotzdem, am Kahlenberg die verschiedenen Schichten genauer zu prüfen und abzusuchen. In der oberen Deckschicht mit Löss und Lösslehm sind viele Formen der so genannten "Lösskindel" zu finden. Durch den Kohlensäuregehalt des Niederschlagswassers wird Kalk aus den oberen Bodenschichten gelöst. Dabei entsteht der braun gefärbte Lösslehm.

In den tieferen Abschnitten scheidet sich der gelöste Kalk in Form bizarrer Konkretionen ("Lösskindel") wieder ab. Die tiefer liegenden Kalksteinbänke mit Fossilien und Kalk-
ablagerungen bergen so manche Überraschung. In den Spalten und Hohlräumen hat sich Kalkspat abgelagert. Ungestört konnte sich der Kalzit in Laufe von Millionen Jahren hier zu schönen Kristallgruppen ausbilden.

Auch in den Kammern vieler Fossilien haben sich Kalzitkristalle aufgebaut. In den Zwischenschichten mit blaugrauem Ton, Mergel, Glimmer und Toneisenstein sind kleine Pyrite zu finden. Durch Bohrungen in der Vorbergzone wurde die Juraformation des Kahlenbergs, der Braunjura, untersucht. Die Schichten mit dem Eisenerz, das auch Doggererz genannt wird, galten als abbauwürdig.

Das Kahlenberg-Erz enthält bis zu dreißig Prozent Kalk. Unter dem Mikroskop werden verschiedene Bestandteile wie Quarz, fossile Reste von Meereslebewesen der Jurazeit (z.B. Muscheln, Schnecken, Korallen) sowie Kalk-Brauneisen als Bindemittel sichtbar. Die Mineralogen fanden im Erz Mineralien wie Quarz und Kalkspat, ferner die Eisenmineralien Hämatit, Ilmenit, Magnetit und Brauneisen sowie die manganhaltigen Mineralien Pyrolusit und Psilomelan.