Stilllegung und Nachsorge


Werden Mülldeponien verfüllt oder stillgelegt, müssen die Abfälle nach Ende der Betriebszeit abgedeckt oder abgedichtet werden. Damit wird verhindert, dass sich unangenehme Gerüche entwickeln und das klimaschädliche Methan in die Luft entweicht. Zudem vermeidet man, dass Regenwasser in die Abfälle eindringt und sich so zusätzliches Sickerwasser bildet. Damit ist der Betrieb der Deponien jedoch noch nicht endgültig abgeschlossen. Auch geschlossene Abfalldeponien erfordern über viele Jahre hinweg eine Nachsorge und weitere Betreuung. Ähnlich wie bei den Abdichtungen unter den Deponien gibt es auch für die so genannten Oberflächenabdichtungen unterschiedliche Standards. Im Allgemeinen wird von weniger qualifizierten Oberflächenabdeckungs- und von qualifizierten Oberflächenabdichtungssystemen gesprochen. Das Material in den Deponien braucht viele Jahre, bis es sich endgültig gesetzt hat. Da diese Setzungen unterschiedlich schnell und stark verlaufen, kann die Oberfläche meist erst zu einem späteren Zeitpunkt abgedichtet werden. Der Zeitpunkt, bis wann die Setzungen abgeklungen sind, ist nicht genau vorherbestimmbar. Für die Deponie Kahlenberg rechnet man mit einem Zeitraum von rund 15 Jahren. Oberflächenabdichtungen sind technisch als Gasverteiler-, Dichtungs- und Rekultivierungsschichten aufgebaut.

Im Falle der Deponie Kahlenberg erfolgte bereits mit der fortschreitenden Abfalleinlagerung während des laufenden Betriebes eine sehr gute und dichte Oberflächenabdeckung. Daher konnte das Gelände frühzeitig umfassend renaturiert werden. Hier konnten sich eine sehr interessante Vegetation und vielfältige Lebensräume für Insekten, Amphibien und Reptilien, Vögel und Säugetiere entwickeln. Ist der Deponiebetrieb abgeschlossen und durch die zuständige Behörde eine Schlussabnahme erfolgt, müssen Finanzmittel für die Nachsorge und die weitere Betreuung einer Deponie bereitgestellt werden. Daraus werden die Kosten für Materialien, Investitionen sowie Pflege und Unterhaltung bezahlt. Um dazu entsprechende Rücklagen bilden zu können, ist es notwendig abzuschätzen, wie lange eine Nachsorge betrieben werden muss. Für Deponien wird üblicherweise ein Zeitraum von 30 oder 50 Jahren angenommen. Da der Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg seine Einrichtungen sehr vorsorglich betreiben möchte, wurden Rücklagen in Höhe von etwa 50 Millionen Euro für einen Zeitraum von 50 Jahren bereitgestellt. Die Nachsorge für die Deponie Kahlenberg wird jedoch schätzungsweise insgesamt rund 100 Millionen Euro kosten. Für die Gesamtfinanzierung werden deshalb zusätzlich die Erträge aus der Deponiegasverwertung und kalkulatorische Zinserträge eingesetzt. Um die Finanzierung sicherzustellen, wurde sowohl die Verzinsung von Geldanlagen als auch die angenommene Inflationsrate berücksichtigt.

Die wichtigsten Aufgaben für die weitere Betreuung der Deponie sind:
- das Sickerwasserfassungssystem einschließlich der Sickerwasserreinigung sowie
- das Gasfassungssystem einschließlich der Gasverwertung zu betreiben,
- die Oberflächenabdichtung einschließlich des gesamten Betriebsgeländes zu pflegen,
- die Bergwerksstollen,Straßen, Gebäude und Maschinen sowie alle vorgenannten Anlagen instand zu halten.

Im Falle des Kahlenbergs befindet sich der größte Teil der Deponie in der Nachsorgephase. Der Abschnitt "Mitte" der Deponie kann jedoch auch weiterhin genutzt werden. Hier steht ein Raum von rund 700.000 Kubikmetern zur Verfügung, in dem in den nächsten Jahren vorbehandelte, überwiegend mineralische Abfälle abgelagert werden können. Durch den weiteren Deponiebetrieb und die Nachsorge stellt der Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg sicher, dass die gesamte Anlage intensiv betreut wird.

Das entspricht auch dem Anliegen der Bürger, die viele Jahre lang Belastungen zu ertragen hatten. In einem Zeitraum von über 30 Jahren ist am Kahlenberg ein riesiger Abfallberg entstanden.

Die Menschen, die in der direkten Nachbarschaft der Deponie leben, sollen in Zukunft keinen weiteren Beeinträchtigungen mehr ausgesetzt sein.

Statt dessen sollen die unmittelbar an die Wohngebiete angrenzenden Betriebsflächen und die schrittweise dorthin zurückkehrende Natur als ungestörtes Naherholungsgebiet die Bürger zum Verweilen und Entdecken einladen.