Anlieferung


Wie in den Jahren zuvor, als die angelieferten Abfälle noch unbehandelt auf der Deponie eingebaut wurden, werden die ankommenden Müllfahrzeuge zuerst auf der Waage gewogen. Dann allerdings wird der Abfall nicht mehr einfach offen ausgekippt, sondern in einer geschlossenen Anlieferungshalle entleert. Die Einfahrt in die Anlieferungshalle wird durch eine Ampel gesteuert. Die Mülllaster fahren durch zwei schnell laufende Rolltore ein. Wenn sich das Tor öffnet, erzeugen seitlich angebrachte Ventilatoren eine Luftwand, ähnlich wie in den Eingangsbereichen großer Kaufhäuser. Dadurch wird verhindert, dass Gerüche aus der Halle ins Freie treten. Zusätzlich wird die Hallenluft ständig abgesaugt und in einer Abluft-
behandlungsanlage gereinigt. Die Halle selbst ist als Flachbunker angelegt. Sie bietet auf einer Fläche von etwa 470 Quadratmeter Platz für etwa 1.900 Kubikmeter Hausmüll.

Hier können die Müllmengen von mindestens eineinhalb Anlieferungstagen gelagert werden. Ein Radlader schiebt den Müll in der Anlieferungshalle in die Reichweite eines Greifbaggers. Dieser Bagger hat zwei Funktionen: Er befördert den Müll auf Bänder, die den Abfall in die benachbarte Halle zur mechanischen Aufbereitung transportieren. Außerdem sortiert er grobe Störstoffe aus, die im angelieferten Müll entdeckt werden, und lagert sie in einem bereitstehenden Container.

Mechanische Aufbereitung


Der angelieferte Hausabfall verlässt die Anlieferungshalle auf geschlossenen und abgesaugten Förderbändern und gelangt in die nächste Halle zur mechanischen Aufbereitung. Dort durchläuft der Müll mehrere Aufbereitungsschritte: er wird gesiebt, gesichtet, sortiert und wandert an einer Magnetstation vorbei. Zunächst wird der Abfall in mehrere Siebfraktionen zerlegt. Dies geschieht in einem Trommelsieb mit zwei unterschiedlichen Sieblochungen. Zusätzliche Werkzeuge im Trommelsieb reißen geschlossene Abfallsäcke auf. Durch die kleinere Sieblochung fällt der Feinmüll. Dieser Müllanteil wird an einer besonders starken Magnetstation - einem Neodym-Trommelmagneten - vorbeigeführt. Er entnimmt auch schwerere Teile wie beispielsweise Batterien oder nur schwach magnetische Bestandteile wie Elektroschrott. Dadurch wird der Schadstoffgehalt dieses Feinanteils deutlich vermindert, was sich am Ende günstig auf die Qualität der Brennstofffraktionen auswirkt. Die abgeschiedenen Schadstoffe sind zur Zeit nicht weiter verwertbar und müssen entsorgt werden.

Eine weitere, gröbere Sieblochung im Trommelsieb trennt den Müll ab, dessen Bestandteile etwa sechs bis 15 Zentimeter Durchmesser haben. Einzelne schwerere Gegenstände dieser Größe könnten bereits Schäden in den nachfolgenden Teilen der Anlage verursachen. Deshalb werden diese Bestandteile in eine leichte und eine schwere Fraktion aufgeteilt. Dies geschieht in einem so genannten Ballistikseparator: Eine schräg gestellte Ebene ist aus beweglichen Paddeln aufgebaut, die eine kreiselnde Bewegung nach oben ausführen. Schweres, elastisches Material wird durch diese Paddelbewegung nach oben geschleudert und "tanzt" dann auf der schrägen Ebene abwärts. Leichte und weniger elastische Teile "springen" nur wenig auf diesen Paddeln und werden durch die nach oben gerichtete Bewegung auf der schrägen Ebene hinauf transportiert. Aus der so abgetrennten Leichtfraktion wird von einem Magneten über dem Förderband Eisenschrott ausgesondert. Danach gelangt sie zusammen mit der Feinfraktion in die nächste Verfahrensstufe, die Biologische Umsetzung. Aus der Schwerfraktion wird der Eisenschrott ebenfalls magnetisch abgetrennt. Dann wird sie in eine Sortierkabine transportiert und dort von Mitarbeitern gesichtet und kontrolliert. Hier werden gezielt Einzelteile entnommen: Dies sind zum einen häufig Gegenstände aus anderen Metallen als Eisen, die aufgrund ihrer Eigenschaften nicht von Magneten angezogen werden. Auch Ziegelsteine oder andere große Steine, die in den nachfolgenden Stufen unerwünscht sind, und andere störende Müllbestandteile werden hier aussortiert. Jede dieser drei Fraktionen wird in einer separaten Betonbox gesammelt.

Lediglich die Störstofffraktion muss in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt werden. Die im Hausmüll gefundenen Steine erfüllen die strengen Anforderungen der neuen Abfall-Ablagerungsverordnung und können deshalb gefahrlos deponiert werden. Die Metalle werden zusammen mit den an den verschiedenen Magnetstationen aussortierten anderen Metallteilen an den Schrotthandel verkauft. Im Trommelsieb wird aus dem Hausmüll eine dritte Fraktion abgetrennt: Aufgrund der Größe ihrer Bestandteile, die meist größer als 15 Zentimeter sind, verlässt sie am Ende das Trommelsieb als so genannter Siebüberlauf. In dieser Grobfraktion sind viele heizwertreiche Kunststoffe vorhanden, daher kann sie zu Brennstoffen aufbereitet werden. Ein Förderband transportiert diese Grobfraktion zunächst durch eine - derzeit unbesetzte - Sortierkabine, in der gegebenenfalls auch Einzelteile entnommen werden können und von dort in eine Presscontainer-Station.

Die Presscontainer werden mit der Bahn zur weiteren Brennstoffaufbereitung in eine Verwertungsanlage transportiert. Die Verwertung dieser Stoffe kann alternativ auch vor Ort eingerichtet werden. Die Verfahrensstufe "Mechanische Aufbereitung" besteht aus zwei parallelen Verfahrenslinien, die wesentlichen Bestandteile sind doppelt vorhanden. Dies dient der Verfahrenssicherheit: fällt ein Aggregat auf einer der Verfahrenslinien aus, steht nicht die gesamte Verfahrensstufe still. Auf der parallelen Linie können dann bis zu 50 Prozent des Gesamtdurchsatzes weiter aufbereitet werden. Lediglich die Magnet-
station, in der das Schwergut nachbehandelt wird, und die Sortierkabine sind nur einmal vorhanden.