Das Tiergehege


Ein besonderer Anziehungspunkt für Besucher, die den Kahlenberg gerne als Naherholungsgebiet nutzen, ist ein kleines Tiergehege.

Mitarbeiter des ZAK pflegen dort verschiedene Haustierarten. Hier können die Besucher neben der Ruhe und Entspannung auch den Kontakt zu Tieren genießen. Im Vordergrund stehen dabei keine besonderen oder gar spektakulären Attraktionen, sondern eine artgerechte Haltung von Tieren, die sich gut mit einer naturnahen Bewirtschaftung der Betriebsflächen verbinden lässt.


Zu den Tieren, die heute bei uns nur noch selten gehalten werden, zählen die Esel. Esel haben eine sehr eindrucksvolle Geschichte: Steinzeitliche Höhlenzeichnungen, die schätzungsweise 12.000 Jahre alt sind, zeigen bereits Esel mit langen Ohren, Stehmähnen und dem typischem Eselschwanz. Schon vor rund 6.000 Jahren sollen die Ägypter Esel als Arbeitstiere eingesetzt haben. Die Vorfahren der durch Zähmung entstandenen so genannten domestizierten Hausesel sind die Wildesel. Vor ungefähr 6.000 Jahren gab es noch drei bis vier Arten von Wildeseln: den Atlaswildesel aus dem nordafrikanischen Atlasgebiet, den Nubischen Wildesel Südost-Ägyptens und den in Somalia und Äthiopien heimischen Somali-Wildesel. Die meisten Esel gehören keiner bestimmten Rasse an, da in der Vergangenheit nur ausnahmsweise eine planmäßige Zucht und Vermehrung dieser Tiere betrieben wurde.

Vertreter der wenigen wirklichen Eselrassen sind die Poitou-Esel (Frankreich), die Martina-Franka-Esel (Italien), der Große Schwarze Berry (Frankreich), der Katalanische Riesenesel (Spanien), Mammoth Jack (Amerika), der Andalusische Riesenesel (Spanien) und der Große Weiße Ägyptische Esel. Bei einer artgerechten Haltung von Hauseseln sind einige wichtige Dinge zu beachten. Sie erklären sich aus der Herkunft dieser ansonsten anspruchslosen und anpassungsfähigen Tiere. Karge, trockene und steinige Wüstenregionen sind ihre ursprüngliche Heimat. Deshalb vertragen Esel nur wenig und nährstoffarmes Futter und sind empfindlich gegen Luftzug in Verbindung mit anhaltender Feuchtigkeit und Nässe. Fünf Esel haben auf dem Kahlenberg ein dauerhaftes Zuhause gefunden. Sie sind zu einem regelmäßigen Anziehungspunkt für viele Besucher geworden. Darunter ist auch ein Vertreter der vom Aussterben bedrohten Rasse der Poitou-Esel, die an ihrem robusten Körperbau, den langen lockigen Haaren und ihrer Größe zu erkennen sind. Poitou-Esel sind wegen ihres ausgesprochen gutmütigen Charakters auch beliebte und ungefährliche Begleiter für Kinder, die gerne ihre Freizeit zusammen mit Tieren verbringen.

Das kleine und beschauliche Tiergehege am Kahlenberg beherbergt daneben verschiedene Ziegenrassen. Bei Kindern sind natürlich die kleinen Ziegen mit ihrer geselligen und verspielten Art besonders beliebt. Sehr eindrucksvoll sind jedoch auch die großen Walliser Schwarzhalsziegen. Die Walliser Schwarzhalsziege ist eine verhältnismäßig seltene Ziegenrasse, die im Oberwallis in der Schweiz beheimatet ist. In Deutschland ist sie in Zoos und einigen privaten Tierhaltungen wie beim ZAK zu finden. Sie ist eine typische Gebirgsziege: mittelgroß, kräftig, genügsam und widerstandsfähig. Das charakteristische Kennzeichen der Schwarzhalsziege ist die scharfe Trennlinie zwischen der vorderen schwarzen und der hinteren weißen Körperhälfte. Das Haarkleid ist wehend lang, sie hat einen schwarzen Bart und ist lang und kräftig gehörnt. Die Schwarzhalsziege ist gutmütig und zutraulich. Trotzdem ist im direkten Umgang mit ihr auf Grund ihrer Größe, ihres Gewichtes und des massiven Gehörns immer etwas Vorsicht geboten, was natürlich besonders für Kinder gilt.


Hängebauchschweine sind eine Bereicherung für jedes Gehege, das zur Haltung von Haustieren angelegt ist. Die relativ kleinen schwarzen Hausschweine sind leicht an ihrem durchgebogenen Bauch zu erkennen. Die aufrecht stehenden Ohren und ihr faltiges Gesicht sind weitere besondere Merkmale dieser Rasse.

Die Hängebauchschweine stammen ursprünglich aus den Dschungelgebieten Vietnams. Sie leben gerne dauerhaft paarweise oder in einem festen Familienverbund. Mit etwas Geduld kann man das weit reichende Vertrauen der ansonsten etwas vorsichtigen und scheuen Tiere gewinnen. Besonders putzig wirken natürlich die Ferkel mit ihren faltigen Gesichtern.

Das Zuchtgebiet der Shetland-Ponys sind die Shetlandinseln, ihr Ursprung ist jedoch weitgehend unbekannt. Die Freilandhaltung im rauen Nordatlantik-Klima hat diese Pferderasse äußerst wetterhart und anspruchslos gemacht. Etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts diente das Shetland-Pony als Zugtier in Bergwerken. Es ist ein leichtes Kleinpferd mit einem kurzen Rücken und einem hohen Schweifansatz. Die großen freundlichen Augen und die kurzen Ohren prägen den kleinen Kopf dieses Ponys. Die Schulterhöhe, die direkt über den Vorderbeinen auf dem Rücken der Pferde gemessen wird, liegt bei 20 bis 80 Zentimetern. Shetland-Ponys gelten als sanftmütig und umgänglich, einsatzfreudig und sehr lern- und anpassungsfähig. Sie eignen sich als Reit- und Fahrponys sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Wegen seiner Sanftmut und Robustheit ist das Shetland-Pony in der Haltung genügsam. Es braucht jedoch den Herdenverband und soll selbstverständlich nie alleine als einzelnes Tier gehalten werden.

Zum festen Tierbestand im Gehege des ZAK gehören auch verschiedene Schafe. Die Kamerunschafe werden oft mit Ziegen verwechselt. Sie gehören zu den so genannten Haarschafen und stammen aus Westafrika. Das Kamerunschaf ist ein temperamentvolles, anspruchsloses und widerstandsfähiges Landschaf. Es eignet sich besonders gut dazu, Grünflächen zu beweiden und zu bewirtschaften. Wegen ihres kurzen Haars müssen diese Schafe nicht geschoren werden. Die Mutterschafe sind hornlos, die Böcke tragen schneckenartige Hörner und eine Mähne an Hals und Brust. Charakteristisch für diese Schafrasse sind auch die kleinen, waagerecht abstehenden Ohren und die gelbe bis kastanienrote Grundfarbe der Tiere. Kopf, Bauch und Beine sind schwarz gezeichnet.

Mit dem Konzept der offenen Deponie, der gründlichen und systematischen Information der Besucher sowie attraktiven Angeboten wie dem Tiergehege konnte der ZAK wichtige Ziele erreichen: Betriebsstrukturen und -entscheidungen wurden transparent und nachvollziehbar, das Unternehmen ist am Betriebsstandort gut integriert und wird von der Bevölkerung akzeptiert. Der ZAK und die Bürger in der Nachbarschaft seines Betriebsstandortes pflegen seit vielen Jahren gute und einvernehmliche Kontakte. Feste Beziehungen und Freundschaften zu Naturfreunden und vielfältig tätigen ehrenamtlichen Helfern und Beratern sind entstanden. Doch wiederum waren es nicht außergewöhnliche Ideen oder ein weit vorauseilender Blick, die dieser Entwicklung und dem erreichten Ergebnis zugrunde liegen. Der einzig tragfähige Weg, um die Interessen der Natur und die Entwicklung eines Betriebsstandortes zu vereinbaren, ist der konsequente, rücksichts- und respektvolle Umgang mit unserer Umwelt.

Der ZAK bedankt sich sehr herzlich bei allen Autoren, mit deren Texten und Bildern der "Blickpunkt Kahlenberg" geschaffen wurde. Zentrales Thema des "Blickpunkt Kahlenberg" ist die neu entwickelte und erbaute Anlage zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlung. Der "Blickpunkt Kahlenberg" ist ein wichtiges Element für die Öffentlichkeitsarbeit des ZAK, das weitgehend auf ehrenamtlicher Basis entstanden ist. Er informiert über die Aufgaben des Zweckverbandes und stellt den Standort Kahlenberg mit allen seinen Besonderheiten vor.

Dazu gehört seine bemerkenswerte Geschichte ebenso wie seine Bedeutung für den Naturschutz. Die Information der Öffentlichkeit durch den "Blickpunkt Kahlenberg" ermöglicht interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die Schönheiten dieses einzigartigen Standortes Kahlenberg besser kennenzulernen und sich an ihnen zu erfreuen. Gleichzeitig weist der "Blickpunkt Kahlenberg" darauf hin, dass das Gelände in Zukunft weiter erhalten, gepflegt und entwickelt werden muss.

Dann werden auch kommende Generationen ihre Freude an der Geschichte, Natur und Technik des Kahlenbergs haben.