Gliedertiere am Kahlenberg


Begründet durch die südwestexponierte Hanglage zur Rheinebene haben sich am Kahlenberg verschiedene wärmeliebende Spinnen und Insekten einstellen können.
Dabei wirkt sich die Arteneinwanderung aus dem Mittelmeerraum ebenso aus wie das Ausbreitungspotenzial
von der nahegelegenen "Wärmeinsel" Kaiserstuhl. Die wegen ihrer schwarzgelben Streifung so genannte, aber völlig harmlose Wespenspinne ist in den offenen Vegetationsbereichen des Kahlenbergs häufig vertreten. Sie hängt ihren fesselballonartigen 2-3 cm großen Kokon im Spätsommer an Pflanzen.

Seit einigen Jahren ist die in Deutschland früher nur am Kaiserstuhl vorkommende Gottesanbeterin auch am Kahlenberg heimisch. Sie gehört den Fangheuschrecken an und ernährt sich räuberisch von Insekten. In ein vom Hinterleib ausgeschiedenes Eipaket, das unter Steinen, an Pflanzenstängel u.ä. angeheftet wird, können über hundert Eier in Reihen gelegt werden. Aus ihnen schlüpfen im darauffolgenden Frühjahr die jungen Larven.

Die Blauflügelige Ödlandschrecke und das für den Mittelmeerraum typische Weinhähnchen sind weitere wärmeliebende Insektenarten am Kahlenberg.

Verschieden Großlibellen, wie Königslibelle, Großer Blaupfeil, Gemeine Heidelibelle, Gebänderte und Schwarze Heidelibelle oder Große Pechlibelle finden in den zahlreichen Wasserstellen Fortpflanzungsmöglichkeiten.

Umfangreiche Untersuchungen gibt es zu den Schmetterlingen. Unter den zahlreich nachgewiesenen Schmetterlingen befinden sich Tagfalter wie Schwalbenschwanz, Zitronenfalter, Aurorafalter, Trauermantel, Distelfalter, C-Falter, Waldportier und Schachbrett. Von den Bläulingen sind zwölf und von den zu den Nachtfaltern zählenden Schwärmern dreizehn Arten belegt.

Weitere interessante, aber auch imposante Nachfalterarten am Kahlenberg gibt es aus den Familien der Spinner, der Eulen und der Spanner, die im Buch Blickpunkt Kahlenberg in hervorragender Weise fotografisch dargestellt sind.