Vögel am Kahlenberg


Auf der Grundlage verschiedener Untersuchungen und Beobachtungen konnten am Kahlenberg rund hundert Vogelarten erfasst werden, von denen die Hälfte als Brutvögel nachgewiesen sind.

Das Gebiet unterlag einer lang anhaltenden Dynamik, die durch den Erzbergbau und durch die darauffolgende über dreißigjährige Zeit der Deponierung geprägt war. In dieser Zeit, von den Nahrungsresten im Hausmüll angelockt, verweilten während der Zug- und Überwinterungszeit zum Teil riesige Vogelschwärme, die wiederum andere Vogelarten anlockten. Der heutige hohe Artenreichtum ist im wesentlichen auf die vielfältigen und offenen Biotopstrukturen sowie die Naturschutzzielsetzung und deren Umsetzung zurückzuführen. Auch wirkt sich positiv auf das Gebiet aus, dass Landwirtschaft und Jagd nicht oder kaum zum Tragen kommen. Der allgemeine Zugang des Geländes am Kahlenberg ist in empfindlichen Bereichen u.a. aus Artenschutzgründen eingeschränkt.

Nach dem Stand der Roten Liste der gefährdeten Brutvogelarten von Baden-Württemberg vom Dezember 2007 (5. Fassung) brüten am Kahlenberg sieben Arten, die unterschiedlich stark gefährdet sind. In der Kategorie 1: "vom Erlöschen bedroht" steht die Heidelerche (Lullula arborea), deren Brutvorkommen am Kahlenberg für Baden von ganz besonderer Bedeutung ist. Zu den "stark gefährdeten" Arten der Kategorie 2 zählen am Kahlenberg der Zwergtaucher (Trachybaptus ruficollis), der Wendehals (Jynx torquilla) und der Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix). Teichhuhn (Gallinula chloropus), Kuckuck (Cuculus canorus) und Baumpieper (Anthus trivialis) sind als "gefährdete" Arten der Kategorie 3 eingestuft. 21 Brutvogelarten am Kahlenberg, darunter der Bienenfresser (Merops apiaster), stehen in der Vorwarnliste der Kategorie V.


Bienenfresser im Suchflug nach Insekten