Fossilien am Kahlenberg


Die Fossilien des Kahlenbergs sind in der geologischen Formation des Mittleren oder Braunen Juras anzutreffen. Sie ist durch den Rheingrabenbruch angeschnitten und mit Löß und Lößlehm überlagert. Durch den Eisenerzabbau sind die oberen Schichten des Aaleniums und die unteren des Bajociums, die vor rund 175 Mio. Jahren durch das Jurameer entstanden, aufgeschlossen. Wegen ihrer Hartschaligkeit sind überwiegend die Kopffüßer (Cephalopoda) Ammoniten und Belemniten sowie Muscheln und Schnecken in Form fossilisierter Schalen oder Schalenabdrücke erhalten. So konnten bis jetzt 45 Ammonitenarten in 19 Gattungen mit den Hauptgruppen Ludwigia, Hyperlioceras, Sonninia, Stephanoceras und Teloceras nachgewiesen werden. Der Durchmesser reicht je nach Art von wenigen Zentimetern bis zu einem halben Meter.


Belemniten der Gattung Megateuthis
  
Eine Gruppe von Hahnenkamm-Austern


Von der zweiten Kopffüßergruppe, den Belemniten, die auch unter dem Begriff Donnerkeil bekannt sind, liegen nur 5 Gattungsfunde vor. Teile des langgestreckten Schalengehäuses der Donnerkeile sind als Bruchstücke häufig in den Schichten des Bajociums anzutreffen. Ihre Größe beträgt bis zu einem Meter.

Mit rund 30 Arten sind die Muscheln (Bilvalvia) am Kahlenberg vertreten, von denen Hahnenkammaustern (Lopha) und Trigonien (Trigonia) begehrte Sammlerobjekte darstellen. Allerdings sind heute die Fundstellen zum größten Teil abgesammelt. Eine weitere Muschelart, Gryphea calceola, bildet die direkt über dem Haupterzlager liegende, 1,8 m mächtige Gryphitenschicht.

Von den am Kahlenberg fossil vorkommenden Schnecken (Gastropoda) sind bis jetzt 14 Arten in zehn Gattungen bestimmt. Darunter befinden sich beispielsweise flache aber relativ große Formen aus der Gattung Pleurotomaria sowie kleine Arten mit hohem Gehäuse der Gattung Oolithica oder Riselloidea.

Eine mit den Muscheln äußerlich verwechselbare, jedoch zu den Armfüßern (Brachiopoda) gehörende, ursprüngliche Tiergruppe ist ebenfalls am Kahlenberg zu finden. Dazu zählen die Gattung Terebratula mit glatten und die Gattung Rhynchionella mit geschwungenen und gerippten Schalen.

Aus weiteren wirbellosen Tiergruppen gibt es Fundstücke von Röhrenwürmern, Krebsen, Moostierchen, Seeigeln und Seesternen sowie Seelilien. Allerdings sind Funde dieser Tiergruppen seltener, da sie zum Teil nur eine Größe von wenigen Millimetern erreichen. Spärliche Versteinerungen und Spurenfossilien liegen auch von Wirbeltieren (Knorpelfischen und Reptilien) und von Pflanzen (Koniferenholz) vor.